Am Köhlersgehäu 9, 98544 Zella-Mehlis
Ihr kompetenter Partner in allen Fragen rund um die Berufsausbildung.
BCS Bildungs-Center Südthüringen e. V. - Ihr Partner für:
berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Förderung und Berufsausbildung behinderter und benachteiligter Jugendlicher
Erstausbildung in Elektro-, Metall-, Hauswirtschafts-, Verwaltungs- und Textilberufen sowie zum Technischen Zeichner und Mediengestalter
Lehrgangsausbildung und Prüfungsvorbereitung für Verbünde und Einrichtungen
Kooperationsausbildung mit Betrieben und Einrichtungen
Lehrgänge zum Einlösen von Bildungsgutscheinen
Elektrogerätezusammenbauer, Elektrogerätefachkraft, Mechatroniker
Hauswirtschaftshelfer, Hauswirtschafter, Beikoch, Helfer im Gastgewerbe, Modenäher, Modeschneider, Änderungsschneider
Metallwerker, Metallfeinbearbeiter, Teilezurichter, Maschinen- und Anlagenführer, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Zerspanungsmechaniker
Bürokaufmann, Bürokauffrau, Kaufmann / Kauffrau für Bürokommunikation, Mediengestalter Digital und Print, Technischer Zeichner

Einen Flyer oder eine Visitenkarte setzen, eine Fotomontage basteln, eine Computergrafik zeichnen – all das ist keine Zauberei, sondern reines Handwerkzeug, wie Anne Klüger, studierte Kommunikationswirtin aus Ilmenau, auch aus eigener Erfahrung weiß. Das Zertifikat, das ihr diese Fähigkeiten bescheinigt, hält sie nun in der Hand. Acht Wochen lang fuhr sie jeden Tag nach Zella-Mehlis, um im Bildungs-Center Südthüringen e. V. (BCS) an einer Weiterbildung in Mediengestaltung mit der Adobe Creative Suite teilzunehmen.
„Ich hatte bisher kaum Kenntnisse im Umgang mit Grafik- und Bildbearbeitungssoftware. Diese wird in meinem Beruf aber sehr häufig gefordert. Mit dem Kurs habe ich diese Lücke nun schließen können“, beschreibt sie ihre Motivation. Zwei Monate lang beschäftigte sie sich intensiv mit den Grundlagen, aber auch den feinen Tricks und Kniffen der Programme Adobe Illustrator, Photoshop und InDesign. Nun fühlt sie sich für ihre Aufgaben als Marketingmitarbeiterin in einem Ilmenauer Unternehmen noch besser vorbereitet: „Ich freue mich darauf, nun auch an graphische Aufgabenstellungen professionell herangehen zu können.“
Seit Jahren bildet das BCS interessierte Fachkräfte für Kommunikation und Werbung u.a. im Bereich Mediengestaltung weiter. „Zu uns kommen Webdesigner, Werbekaufleute, Marketingfachleute aber auch qualifizierungsbedürftige Teilnehmer aus den Bereichen der Metall- und Kunststofftechnik und aus den Bereichen Büro/Verwaltung/Technische Zeichner.“, sagt Horst Gerlach, Geschäftsführer des BCS. Dabei erstreckt sich das Einzugsgebiet weit über die Region Südthüringen hinaus bis nach Franken oder Erfurt.
Der Lehrgang fand im mit modernster Technik und Software ausgestatteten Multimediakabinett des BCS statt. Jedes Programm wird ausführlich anhand anschaulicher Literatur gemeinsam mit dem Dozenten erarbeitet und dann mit vielen anspruchsvollen Übungen vertieft. „Unser Ausbilder nimmt sich jedes Problems an, das bei der Arbeit mit der Software auftritt. Auch wenn die Lösung mal nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, lässt er nicht locker, bis das Ergebnis akzeptabel ist“, weiß Anne Klüger aus eigener Erfahrung.
Ab kommendem Montag wird die junge Frau ihre Kenntnisse als Praktikantin in einer Erfurter Werbeagentur vertiefen. Das zweiwöchige Praktikum ist fester Bestandteil des Lehrgangs und wird von den Teilnehmern gern angenommen: „Viele der Teilnehmer befinden sich auf Arbeitssuche und kommen über die Angebote des KURSNET der Agentur für Arbeit zum BCS. Das Praktikum soll ihnen die Türen in den ersten Arbeitsmarkt neu öffnen. Wir erhoffen uns natürlich nach absolvierter Qualifizierung möglichst viele Festanstellungen“, erklärt Horst Gerlach. So ist es in der Vergangenheit gelungen, dass durch die Förderung der Qualifizierungsmaßnahmen durch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit alle Teilnehmer den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gefunden haben. Zunehmend widmet sich das BCS der Frage der Fachkräftesicherung in kleinen und mittleren Unternehmen. „Als Dienstleister für die Wirtschaft der Region müssen wir uns in Zukunft verstärkt den Problemen der Fachkräfteentwicklung stellen. Dies bedeutet, aktuelle Entwicklungen zu analysieren und marktkonforme Weiterbildungsangebote anzubieten.“, so Horst Gerlach.
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| 2012 | Maik Troemel
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Beikoch |
| 2010 | Stanley Wagner Mario Fleischmann |
Technischer Zeichner Elektrogerätefachkraft
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| 2009 | Rico Reich Mario Fleischmann Thomas Ullrich
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Bürokaufmann Elektrogerätezusammerbauer Technischer Zeichner |
| 2008 | Attila Gräber
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Technischer Zeichner |
| 2007 | Andreas Huck
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Technischer Zeichner |
| 2006 | Michael Petzold
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Teilezurichter Bürokraft Kaufmann für Bürokommunikation |
| 2005 | Matthias Schilling
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Technischer Zeichner Elektrogerätefachkraft Teilezurichter Bürokraft |
| 2004 | Katja Heilfort
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Technischer Zeichner Technischer Zeichner Bürokraft Elektrogerätezusammenbauer |
| 2002 | René Lämmerhirt
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Bürokaufmann |
| 2001 | René Schneider
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Teilezurichter Technischer Zeichner Bürokraft Elektrogerätezusammenbauer |
| 1999 | Melanie Angermüller
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Technischer Zeichner Technischer Zeichner |
| 1998 | Detlef Stockmann
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Teilezurichter Elektrogerätezusammenbauer |
| 1997 | Mathias Siebert Mathias Hüttner |
Elektrogerätezusammenbauer Elektrogerätefachkraft |
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Meine Mutter war allein erziehend. Nachdem sie ihren Job bei der Bahn verloren hatte, erkrankte sie an einer schweren psychischen Störung, die viel zu spät von den Ärzten diagnostiziert und behandelt wurde um bleibende Schäden zu vermeiden. Damals war ich 12 Jahre alt und von da an praktisch auf mich allein gestellt. Von den Behörden erhielten wir zunächst keinerlei Unterstützung. Ich ging aufs Gymnasium, war immer ein guter Schüler. Nun litt ich unter der untragbaren Situation uns beide von dem zu versorgen, was meine Mutter für uns bekam. Ich begleitete sie bei Einkäufen, kochte für uns und ertrug mit beinahe erwachsener Standhaftigkeit ihre Schizophrenie. Nach außen hin versuchte ich die Normalität aufrecht zu erhalten. Meine Ängste und die Unsicherheit spiegelten sich in meinem zurückhaltenden Auftreten wieder. Aufgrund dessen wurde ich von vielen Mitschülern gemobbt oder als sonderbar diffamiert. Nur Wenigen vertraute ich mich an, schilderte meine Situation, traf aber auf wenig Verständnis. In erster Linier durch die Lehrer/innen, die mein Verhalten als pubertär abstempelten ohne meine Probleme ernsthaft zu beleuchten.
Als meine Mutter schließlich klinisch stationär behandelt wurde, litt ich unter Depressionen, was sich auch in meinen schulischen Leistungen niederschlug. Mir fehlten Bezugspersonen, die mir hätten Halt geben müssen, Vorbilder denen ich nacheifern konnte. Mit 15 verdrängte ich meine Hoffnungslosigkeit, trank viel Alkohol und nahm Drogen, die mich tiefer in den Abgrund stürzen ließen. Ich schmiss die Schule, sah keinen Sinn mehr in meinem Leben. Für mein Entgleisen, besonders den Drogenkonsum, hasste ich mich selbst und verurteilte die Gesellschaft für die Probleme, die ich allein nicht überwinden konnte.
Zwei Jahre später war ich stark abgemagert und litt unter selbstverletzendem Verhalten. Zu dieser Zeit knüpfte eine Freundin meiner Mutter mit der Diakonie Kontakt. Mit Hilfe der Beraterin vor Ort schöpfte ich neuen Mut und machte noch im gleichen Jahr meinen Hauptschulabschluss auf externem Wege mit sehr gutem Ergebnis. Ein Jahr später holte ich mir den Realschulabschluss auf die gleiche Weise; ohne die Schule zu besuchen, doch mit gutem Notendurchschnitt. Danach folgte ein weiteres Jahr Leerlauf, in dem ich unzählige Bewerbungen schrieb. Für mich stand fest, dass ich etwas mit Medien zu tun haben wollte. In einem Verlag, einer Druckerei oder Ähnlichem arbeiten, am PC oder überhaupt.
Die Realität sah anders aus: Absagen.
Durch meine auffälligen Depressionen bekam ich über die psychologische Betreuung des BTZ Rohr Zugang zum Psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit Suhl. Aufgrund meiner Vorgeschichte konnte ich eine Reha-Ausbildung im Bildungs-Center Südthüringen e. V. als Mediengestalter beginnen. Hier lernte ich grafische Gestaltung am Computer mit allen branchengängigen Programmen. Ich übte die Produktion von Geschäftsausstattung, Flyern, Plakaten, Präsentationen, bis hin zum Umsetzen von kompletten Webseiten mit z.B. Flash-Animationen. Aber auch das Fotografieren und Bearbeiten von Bildern gehörten zu meinen Aufgaben. Parallel zur regulären Ausbildung erhielt ich intensive sozialpädagogische und psychologische Betreuung von den Mitarbeitern des BCS. Ich lernte viele Jugendliche kennen, die ähnlich dramatische Lebenswege und nicht selten Schlimmeres erlebt hatten.
Probleme, die mich durch meine geringe Frustrationsschwelle überforderte, konnte ich mit der engagierten Hilfe der Mitarbeiter des BCS überwinden. Selbst als ich mich schon aufgegeben hatte, machten sie mir Mut und forderten mich gleichzeitig heraus. Vor allem mein Ausbilder und mein Sozialpädagoge setzten sich für mich ein. Ich lernte mit meinen Gefühlen besser umzugehen und bei auftretenden Schwierigkeiten rational zu handeln. Mein fehlendes Selbstvertrauen wuchs mit der Zeit. So nahm ich an einem EU-Mobilitätsprojekt teil, bei dem ich 3 Wochen in einer Marktforschungsagentur arbeiten durfte und Einblicke in eine internationale Kultur kennen lernte.


Später absolvierte ich ein Praktikum bei der hier in Suhl ansässigen Fotografin Kerstin Horning von Foto CREATIV. Sie war von meinen Fertigkeiten in der Bildbearbeitung sehr positiv überzeugt und bot mir ein weiteres Praktikum an, das ich seit nunmehr einem Monat mit Freude und Enthusiasmus bestreite. Nebenbei erhalte ich weiterhin integrative und sozialpädagogische Unterstützung durch das BCS, welches intensiv mit dem Praktikumsbetrieb kooperiert.
Inzwischen steht fest, dass ich nach meiner Ausbildung von Frau Horning in Vollzeitbeschäftigung übernommen werde. Nach Jahren harter Arbeit an meinem nicht immer einfachen Leben eröffnen sich mir endlich ernsthafte Chancen auf eine geregelte und verhältnismäßig sichere Zukunft. Für diese habe ich mir bereits weitere ehrgeizige Ziele gesteckt. Ich möchte das Fachabitur bestehen, anschließend Multimedia Marketing studieren und nebenbei weiterhin in meinem Beruf arbeiten.
Ich liebe meinen Job. Dass ich meinen Traum verwirklichen kann, dafür danke ich dem BCS, Frau Horning und allen die es mir ermöglicht haben dort zu sein wo ich heute stehe.
Patrick Friedel (22), Auszubildender Mediengestalter im 3. Ausbildungsjahr
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Die Jugendredaktion "Attention" veröffentlichte einen Artikel über unseren ehemaligen Auszubildenden Andreas Huck.